Passivhaus, Hamburg-St. Pauli

Paul-Roosen-Straße 9-13 in 22767 Hamburg
Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses

Dieser Entwurf für ein Passivhaus in Hamburg St.Pauli, wurde bei dem öffentlichen Wettbewerb „Passivhaus“ der Umweltbehörde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Der Energiebedarf des Passivhauses konnte durch gute Wärmedämmung, beste Wärmeschutzfenster und einer Komfort-Lüftungsanlage in jeder Wohnung um ca. 90% gesenkt werden. Bei dem Passivhaus in der Paul-Roosen-Straße 9-13 handelt es sich um eine Baulückenschließung.

Das Grundstück Paul-Roosen-Straße 9-13 befindet sich in Hamburg St.Pauli, welches innerhalb eines Sanierungsgebietes lag. Die Paul-Roosen-Straße ist in der Erdgeschosszone durch Gewerbe und in den Obergeschossen durch Wohnen gekennzeichnet.
Das Grundstück ist als Wohngebiet mit 4-geschossiger, geschlossener Bebauung und einer maximalen Bautiefe von 15 m ausgewiesen. Die Baulücke liegt zwischen einem 5-geschossigen Gründerzeithaus und einem 4-geschossigen Neubau. Beide stehen traufständig zur Straße. Straßenseitig besteht ein Versatz der Gebäudefluchten auf dem Grundstück.

In dem Neubau wird der vorhandene Versatz der Straßenflucht durch eine Verschränkung von zwei Gebäudeteilen, die jeweils die vorhandene Gebäudeflucht fortsetzen, aufgenommen. Daraus wird eine vertikale 3-Teilung abgeleitet, die sich in den Höhen maßstäblich an die angrenzende Bebauung anpasst. Darüber hinaus schafft die 3-Teilung der Baulückenschließung die notwendige Kleinteiligkeit, um sich städtebaulich einzufügen. Das Flachdach ist gestaffelt mit einer Dachterrasse nach Westen, in Ost-West-Richtung nimmt es den vorhandenen Höhenversprung der Nachbarbebauung auf. Nach Norden ist die Fassade weitgehend geschlossen. Das Gebäude ist durch einen hohen Glas-Windfang geschützt, der als „Pufferzone“ dient. Hier befindet sich die Erschließung der einzelnen Gewerbe- und Wohneinheiten (über einen Laubengang). Lüftungstechnisch und energetisch ist die Pufferzone Außenraum. Gleichzeitig sind so die Gewerbeeinheiten tagsüber öffentlich zugänglich. Nach Süden öffnet sich das Gebäude großzügig durch eine Glasfassade und einer vorgestellten offenen Balkonanlage.

Die Nord-Süd-Ausrichtung des Gebäudes ist energetisch die günstigste Voraussetzung um ein Passivhaus zu errichten.
Im Kellergeschoss ist eine Tiefgarage entstanden, in der die notwendigen Stellplätze, Abstellflächen sowie die Haustechnik für den Neubau untergekommen sind.

Im Erdgeschoss befinden sich zwei Gewerbeeinheiten; in den drei Obergeschossen befinden sich geförderte 2- bzw. 3-Personen Wohnungen und im Staffelgeschoss mit Dachterrasse wurde eine frei finanzierte Penthouse-Wohnung errichtet. Die Aufenthalts- und Schlafräume orientieren sich nach Norden bzw. Süden. Jeder Wohnung ist ein Balkon nach Süden zugeordnet.

Daten:

  • Baujahr: 2005
  • Bauherr: STEG - Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg mbH
  • Vermesser: Hanack und Partner
  • Tragwerksplanung: Gladigau & Schmahlfeldt-Ingenieure
  • Energieberater: Zebau - Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH